Materialkunde
Hölzer
Die Spieleigenschaften eines Holzen werden im Normalfall wie folgt angegeben:
- Gewicht:
leicht (<82g), normal (85g), schwer (>90g)
- Steifheit: Wie stark biegt sich ein Holz beim Balltreffen?
elastisch (biegt sich stark = schwingt) ... steif (biegt sich kaum = keine Vibrationen)
- Härte: Wie stark gräbt sich der Ball beim Balltreffen in das Holz ein?
weich ... hart
- Kopflastigkeit: Wo liegt der Schwerpunkt des Holzes?
grifflastig ... kopflastig
« Wofür brauche ich das Holz [Gewicht, Härte, Steifigkeit, Tempo, Lastigkeit]
Immer an erster Stelle sollte die Frage stehen, für welches Spiel ich ein Holz suche. Diese Frage klärt gleich die wichtigsten Eigenschaften, die mein potentielles Holz haben muss. Das Ganze wäre natürlich ein Thread für sich, daher hier kurz ein paar Faustregeln :
Gewicht und Lastigkeit:
Je schwerer ein Holz ist, desto mehr Kraft muss ich aufbringen um es zu bewegen, und desto kraftvoller werden die Schläge damit. Spiele ich also ein schweres Holz, so lassen sich damit besser harte, schwungvolle Topspins oder Schüsse erzeugen. Schläge, die kurze und schnelle Bewegungen erfordern (Schupf, Flipp) werden damit allerdings schwieriger. Gleiches gilt für die Lastigkeit: ein stark Kopflastiges Holz überträgt seinen Impuls am besten bei weit außen getroffenen Schlägen (VH Topspins aus der Halbdistanz), während ein Grifflastiges Holz im kurzen Spiel über dem Tisch balancierter wirkt.
--> Wähle ein schweres, kopflastiges Holz, wenn du ein hartes Spiel hast.
--> Wähle ein leichtes, grifflastiges Holz, wenn du ein schnelles Spiel hast.
Härte:
Hier kommt zum ersten Mal jener Faktor ins Spiel, der in Produktbeschreibungen meist unter "Gefühl" ausgedrückt wird. Ein weiches Holz wird dabei oft als "gefühlvoll" bezeichnet. Eigentlich ist diese Bezeichnung unsinnig. Fakt ist: Mit einem weichen Holz fallen einem die Schläge leichter, die den Ball streifen (Topspin, Unterschnitt, Aufschlag). Jene Schläge, die den Ball frontal treffen (Schuss, Block, Konter), streuen jedoch mehr. Das liegt ganz einfach daran, dass sich der Ball beim Treffpunkt etwas in das Holz "eingräbt" und dadurch
a) länger am Schläger bleibt (eben das "Gefühl"),
aber b) eine höhere Flugkurve hat (weil er eben länger auf dem Schläger bleibt) und somit eine, wie die Trainer es nennen, höhere "Abweichungstoleranz" aufweist. Weit verbreitet ist die Meinung, mit einem weichen Holz ließe sich mehr Schnitt erzeugen als mit einem Harten. Das ist nicht wahr, die Rotation lässt sich mit einem weichen Holz nur leichter erzeugen. Trifft man den Ball ausreichend weich (hier kommt das sog. "Händchen" zum Einsatz), so lässt sich mit einem harten Holz gleich viel Schnitt erzeugen. Als Beweis kann man praktisch alle Topspieler aufführen, die oft wahre "Knüppel" an Hölzern spielen (Ma Lin oder Werner Schlager zb.), damit jedoch auch Unmengen an Rotation erzeugen können. Direkte Auswirkungen hat dies auf die Flugkurve, die mit harten Hölzern generell flach und mit weichen Hölzern "hoch" ausfällt, was sich natürlich auch auf die Präzision der Schläge auswirkt. Präziser spielen kann man immer mit einem härteren Holz., dies lässt sich jedoch meist nicht so leicht beherrschen.
--> Wähle ein härteres Holz, wenn du ein direktes und präzises Spiel hast, das auf Konter, Block oder Schuss abzielt (oder du ein gutes Händchen hast und Topspins spielen möchtest)
--> Wähle ein weicheres Holz, wenn du leichter (!) Rotation erzeugen können willst und ein eher spinorientiertes Spiel hast.
Steifigkeit:
Die Steifigkeit gibt an, wie sehr man den Ball "fühlt", was im positiven Sinne als "Ballrückmeldung" verkauft wird und im negativen Sinne in einem Tennisarm endet. Dies ist meist ein sehr subjektives Kriterium, das jeder für sich selbst entscheiden muss. Gewisse Korrekturen am Treffpunkt fallen mir zumindest mit einem vibrierenden Holz etwas leichter (man "merkt" halt, wie man den Ball trifft), aber im großen und Ganzen würde ich eher steife Hölzer empfehlen, da die ständige Vibration bei jedem Schlag im Arm nach einiger Zeit unangenehm wird.
--> wähle ein steifes Holz, wenn du den Schlag nicht "spüren" willst (im negativen Sinne)
--> wähle ein vibrierendes Holz, wenn du den Schlag "spüren" willst (im positiven Sinne)
Tempo:
Faustregel: Die Tempoangaben der Hersteller sind meist sehr ungenau. Ich habe ALL+ Hölzer gespielt, die mir bedeutend schneller vorkamen, als so mancher OFF Vertreter. Hier ist es wichtig, dass man sich selbst gut einschätzen kann. Bin ich ein offensiver Spieler, aber es fehlt mir die gewisse Durchschlagskraft, so liegt das in bestimmt 75% der Fälle nicht am Holz, sondern an meiner Technik. Man kann auch mit einem ALL Holz sehr schnell spielen. Hier ist es wichtig zu wissen, dass zwischen "Schnelligkeit" und "Härte" unterschieden werden muss. Die Schlaghärte ist nur die Fluggeschwindigkeit des Balles. Die "Schnelligkeit" beschreibt jedoch, wie lange der Gegner Zeit hat, auf den Ball zu reagieren. Hier spielen Schlaghärte, Bewegungsablauf und der Balltreffpunkt eine Rolle. Das bedeutet: Wenn eure Schläge "härter" sein sollen, so seht euch nach einem schnellen Holz (ab OFF-) um, das am besten noch hart sein sollte. Versucht ihr schneller zu spielen, so geht das auch mit einem ALL+ Holz, ihr müsst dazu nur den Ball früh nehmen, den Schlag so ausführen, dass der Gegner erst spät sieht, wohin der Ball geht und die Bewegung schneller machen.
Mit einem schnellen Holz fällt es einem normalerweise allerdings auch schwerer, kurze Bälle zu erzeugen. (Übungssache)
--> wähle ein schnelles Holz, wenn hohen Wert auf die Schlaghärte legst und genug Übung/Talent hast um kurze Bälle damit zu erzeugen
--> wähle ein langsameres Holz, wenn dir die Sicherheit deiner Schläge wichtiger ist, als die Durchschlagskraft. »
[Quelle: forum.tt-news.de: Holzberatung und Vergleichstest (BTY Keyshot Light, Boll Forte, ALC, Viscaria Light), GWF-Seb, Url: http://forum.tt-news.de/showthread.php?p=1698264, 23.02.2010 16:00]
Beläge
Links zu Materialtests
Hölzer
Holzberatung und Vergleich von Butterfly Hölzern